Die Geschichte des Brauchtums "Karneval" |
In der Zeit der Burgen und
Schlösser, regierte der Adel. Das niedrige Volk leistete
Frondienste und musste sich unterordnen. Die Obrigkeit, im Wohlstand
lebend, feierte das ganze Jahr über, ausschweifende Feste.
Einen persönlichen Kontakt zwischen Adel und den Bediensteten war
verpönt. Allerdings wollte die Obrigkeit immer über die
Stimmung am Hofe informiert sein.
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Ein so genannter „Hofnarr“, kommend aus den Untertanen,
hatte sich mit List und Tücke die Sympathie zum Adel verschafft.
Dieser Hofnarr kannte alle Vorkommnisse an Hofe. Sein
äußeres Erscheinungsbild war zwergenhaft und
untertänig.
Daher stellte er keine Gefahr für die Interessen des Adels dar. Im
Gegenteil, der Adel war der Meinung, ihn als Befehls- und
Anweisungsüberbringer benutzen zu können. Dafür wurde
der Hofnarr mit gewissen Sonderrechten (Narrenfreiheit) vom Adel
belohnt.
Die Unterdrückung des niedrigen Volkes hatte im Lauf der Jahre zur
Folge, dass Unzufriedenheit und Meuterei aufkamen. Der Hofnarr erkannte
die Situation und wartete bis der Herrscher in gut gelaunter Stimmung
war. Mit Darstellungs- und Verhandlungsgeschick schlug er diesem vor,
einmal im Jahr die Untertanen feiern zu lassen. Durch dieses
Zugeständnis würde die kritische Stimmung beigelegt.
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Die Zustimmung des adeligen Herrschers löste einen Freudentaumel
am Hofe aus. Für 3 Tage (3 tolle Tage) durfte das niedrige Volk
feiern. Der Adel zog sich an diesen Tagen zurück und wurde nicht
gesehen.
Die Vorbereitungen für das 3 Tage Fest bestanden darin, aus
vorhandenen Kleidungsstücken, Kostüme und Uniformen
herzustellen. Es sollten die Adelspersonen nachgestellt werden, um so
selbst einmal, als „närrischer Adel“, für 3 Tage
am Hofe zu leben. Es wurde ein ganz großes Fest und auch zur
Tradition, so dass es jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt wiederholt
wurde.
Der Hofnarr (Traditionsfigur: „Hoppediz“) hatte somit dem
Wunsch des Volkes entsprochen und die Ruhe und Ordnung, zur Freude des
Adels, wieder hergestellt.
So begann eine Brauchtums-Geschichte, die in ihrer Tradition bis heute
erhalten ist. In der närrischen Zeit ist es üblich, dem
Publikum Meinungen, unter anderem über die Regierung, mit
spitzfindigen Formulierungen zu äußern. Das heutige
Prinzenpaar mit seinem Gefolge, stellt eine Persiflage des Adels am
Hofe dar.
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Die Gestaltung der närrischen Feste unterlag dem Wandel der Zeit.
So konnte man nach dem zweiten Weltkrieg erleben, wie den Menschen mit
geringen Mitteln, Freude, Frohsinn und neuer Lebensmut vermittelt
wurden.
Das Angebot von Unterhaltung in der Freizeit ist so vielseitig
geworden, dass die 5te Jahreszeit nicht unbedingt die Festzeit des
Jahres ist. Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte, die für den
Veranstalter und den Besuchern ein nicht zu übersehender Faktor
sind.
Karnevalisten mit Herz, haben es immer wieder geschafft, das Brauchtum
Karneval, in seinem Ursprung, den Menschen zu vermitteln und
Lösungen für Probleme zu finden. Daher bleibt die Zuversicht,
dass sich die Welt auch weiterhin mit der fröhlichen 5ten
Jahrezeit dreht.
Beginn am 11.11. eines jeden Jahres!
Manfred Breuers, Präsident 1979-2006